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Jahrelanger Streit um wertvolles Kokoschka-Gemälde: Köln gibt es den Erben zurück

Jahrelanger Streit um wertvolles Kokoschka-Gemälde: Köln gibt es den Erben zurück

Die Nachkommen und Erben des jüdischen Kunstsammlers Alfred Flechtheim führten einen jahrelangen Streit mit dem Kölner Museum Ludwig, um das auf drei Millionen geschätzte Gemälde “Portrait Tilla Durieux” ihr eigen nennen zu können. Nun hat die Stadt Köln beschlossen, den Empfehlungen der Kommission für Fälle von NS-Raubkunst Folge zu leisten: das Gemälde wird zurückgegeben – so hieß es am Dienstag, den 9.4.2013 in einer Presseaussendung.

Geschichte des kostbaren Gemäldes

Mit ernstem Blick prangt die im Jahre 1910 vom Maler Oskar Kokoschka portraitierte Wiener Schauspielerin Tilla Durieux auf dem wertvollen Gemälde, das Grund für einen vier Jahre langen Streit war. Der Disput ereignete sich zwischen den Nachkommen Alfred Flechtheims und dem Museum Ludwig in Köln. Als Sicherheit für Schulden soll der durch das Nazi-Regime verfolgte und passionierte Kunstsammler sowie Publizist Flechtheim das Gemälde seinerzeit an den Kölner Juristen und Kunstliebhaber Josef Haubrich übergeben haben. Dieser stellte es im Jahr 1946 im Rahmen einer Schenkung der städtischen Sammlung von Köln zur Verfügung.

Einschaltung der Kommission

Als nach vier Jahren des Streits noch immer keine Einigung zwischen den Flechtheim-Erben und der Museumsleitung erzielt werden konnte, zogen beide Seiten die Limbach-Kommission zur Klärung der Kontroverse herbei. Die Limbach-Kommission wurde von Bund, Ländern sowie Vertretern der Kommunen zur Bearbeitung von Fällen der NS-Raubkunst gebildet. Wenngleich Entscheidungen der Limbach-Kommission nicht bindend sind, kommen öffentliche Stellen ihnen zumeist nach. So geschah es auch im Falle des exquisiten Portraits: obwohl sich das Museum primär darauf berief, dass die Datenlage nicht abschließend geklärt werden konnte, Flechtheim bereits in der späteren Phase der Weimarer Republik in großen Finanznöten gewesen sei und das Gemälde zur Tilgung der Schulden herangezogen wurde, kam man überein, dass das Bild den Erben übergeben wird.

Museum Ludwig sucht das Gespräch

Die Museumsleitung gab bekannt, dass man mit den Erben über eine Lösung sprechen wolle, wie das Gemälde im Museum verbleiben könne. Doch die Flechtheim-Erben bestehen auf eine Übergabe des Bildes. Man sehe sich nicht veranlasst im Nachhinein diesbezügliche Gespräche zu führen und Lösungen zu suchen – so der Flechtheim-Anwalt Markus Stötzel gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

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