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Markus Lüpertz

Der persönliche Auftritt von Markus Lüpertz ist ebenso extravagant wie seine Gemälde. Der 1941 im heutigen Liberec (Tschechien, ehemals Reichenberg) geborene Künstler gilt als bedeutendster Vertreter des Neoexpressionismus. Seine ersten Kunstwerke datieren aus den frühen Sechzigern, als er zum Beispiel mit seiner Micky Mouse-Serie auf sich aufmerksam machte. Seit Ende des Jahrzehnts widmete er sich vor allem der deutschen Geschichte und thematisierte den lange Zeit prägenden Nationalismus. Zum damaligen expressionistischen Mainstream unterschied er sich darin, dass er gegenständlicher malte und den Expressionismus nur andeutete. In seinem späteren Schaffen konzentrierte er sich auf frontal abgebildete, monumentale Männergesichter, mit Landschaftsbildern ging er in den 1990ern neue Wege. Dank seines Freundes Gerhard Schröder, dem ehemaligen Bundeskanzler, hängt sein Wandbild “Die sechs Tugenden” seit 2001 im Foyer des Bundeskanzleramts. Bei diesem verzichtete er auf Gegenständlichkeit, stattdessen symbolisierte er die sechs Herrschertugenden nur mit Farben. All seinen Bildern ist gemein, dass sie durch einen pompösen Malstil mit meist kräftigen Farben auffallen.

Markus Lüpertz’ Verdienste beschränken sich nicht auf seine Gemälde, zugleich engagierte er sich auch als Lehrer. Von 1974 bis 1986 fungierte er als Professor für Malerei an Karlsruher Akademie der Bildenden Künste. 1986 nahm er eine Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf an, an der er zwei Jahre später zum Rektor berufen wurde. Über zwei Jahrzehnte prägte er das Institut, erst 2009 endete seine dortige Tätigkeit altersbedingt. Neben der Malerei entwickelte er im Laufe seines Schaffens auch eine Leidenschaft für die Skulpturbildung und die Gestaltung von Kirchenfenstern.